Der erste Dümmer-Krimi ist da. Der Kurzkrimi „Der tote Surfer im Gebüsch“ hat eine Auflage von 15.000 Exemplaren und ist in den Betrieben rund um den Dümmer gratis erhältlich: Zum Beispiel in der Tourist-Information oder in der Bäckerei Macke in Lembruch oder an der Strandbar „Bar dü Mar“ und in der Esso-Tankstelle in Hüde.
Der Krimi ist der Auftakt zu einer Serie. Der nächste Dümmer-Krimi erscheint bereits Ende Oktober 2008. Zum Inhalt von „Der tote Surfer im Gebüsch“: Manfred Linsberg ist nach einer gescheiterten Beziehung aus Berlin aufs Land an den Dümmer geflüchtet. Der junge Mann hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, bis er die Glücksspiralen-Sofortrente gewinnt. Ausgerechnet an diesem Glückstag entdeckt er an der Badebucht in Hüde einen toten Surfer im Gebüsch. Der Tote war Surflehrer und ein Frauenheld. Verdächtigt wird der eifersüchtige Freund einer Surfschülerin. Von ihrem schlechten Gewissen geplagt, will die junge Frau die Unschuld ihres Freundes beweisen. Linsberg gibt ihr gegenüber vor, Privatdetektiv zu sein, weil das besser als Rentner klingt. Völlig unbedarft, beginnt der Berliner zu ermitteln. Durch Zufall kommt er dem wahren Täter auf die Spur. Das kostet ihn fast sein Leben. Die Leser erhalten Insider-Informationen aus dem „Dümmer-Leben“ und sogar einen Einblick in die Arbeit der Diepholzer Polizei. Es kommen reale Personen, Orte und Betriebe vor. Den Unternehmerinnen und Unternehmern vom Dümmer und umzu, die inseriert haben, ist es übrigens zu verdanken, dass der Krimi gratis erhältlich ist.
Das Titelbild hat der Bremer Karikaturist und Illustrator Georg Greiwe gemalt.
Zum Autor: Nils Bergemann studierte in Berlin Kommunikationswissenschaften und absolvierte in Niedersachsen ein Zeitungsvolontariat. Er hat für Zeitungen und Magazine in Berlin, Köln, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen geschrieben. Derzeit arbeitet er in der Region als freier Journalist. Für die Arbeit am Kurzkrimi hatte er sich eine Auszeit genommen.
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Kurze Einleitung von Gert Schröder zu der KombinArt Ausstellung mit den einleitenden Worten zum eigentlichen Redner Nils Bergemann - das es seinen Kurzkrimi (von Nils Bergemann) heute als kostenfreies Exemplar dazu dann folgendene einleitende Worte von Nils Bergemannn: (Was Gert gesagt hat, war nicht ganz richtig: Jeder, der ein Werk kauft, bekommt einen Krimi gratis dazu.)
Statt eine Rede zu halten, will ich eine Kurzgeschichte erzählen. Sie heißt die Vernissage.
Heinrich und Dr. Luise Modersohn, er Bauunternehmer, sie Fachärztin für Allgemeinmedizin, aus Hamburg besuchen am Sonntag die Eröffnung der Ausstellung Kombinart in der Klostermühle Heiligenberg in Bruchhausen-Vilsen. Von der Vernissage haben sie durch einen Artikel in der FAZ erfahren.
Mit dem Titel „Kombinart“ können beide wenig anfangen. „Ich erwarte jedenfalls keine Gruppe von Volkseigenen Betrieben mit ähnlichem Produktionsprofil“, sagt Luise, während beide die Treppe zur Galerie hoch laufen. Heinrich antwortet „Aua!“. Er ist sehr groß und hat seinen Kopf nicht rechtzeitig eingezogen. Als der Schmerz nachlässt, gibt er sein angelesenes Wissen zum Besten: „Die Malerin Nadya Hauswald hat einen russischen Migrationshintergrund, vielleicht spielt Kombinart darauf an.“ „Wart doch ab, was der Journalist zur Einführung erzählt“, unterbindet seine Frau weitere Spekulationen.
Die Modersohns greifen sich jeder ein Glas mit Sekt und stellen sich brav zu den anderen Besuchern. Ein großer, blonder Typ räuspert sich. Er hat ein paar rote Flecken im Gesicht, ist wohl aufgeregt. „Ich bitte um ihre Aufmerksamkeit“, sagt er und beginnt dann eine Rede vom Blatt abzulesen. „Bei diesen hochkarätigen Exponaten hätte ich mir aber schon eine professionelle Einführung gewünscht“, mäkelt die Ärztin rum. Heinrich nickt. Immerhin erfahren die Hamburger, warum die Ausstellung Kombinart heißt.
„Nadya Hauswald ist in Moskau geboren und aufgewachsen. Seit 2000 lebt sie in Deutschland, heute in Walsrode. Sie hat in Moskau Modedesign und Malerei studiert, Kunstbücher illustriert und unterrichtet. Ihre Modekollektionen und Bilder waren in Russland, Estland, Italien und Deutschland zu sehen“, erzählt der Journalist. „Gert Schröder aus Stuhr ist als Künstler Autodidakt“, erfahren die Gäste. „Als Marketingkaufmann ist er früher sehr oft in Russland gewesen, weil er für die Industrie Verpackungen entworfen hat. Kombinart spielt auf diese Verbindungen an. „Habe ich es doch gesagt“, triumphiert Heinrich und Luise kneift ihn, damit er Ruhe gibt. Heinrich weiß nicht wohin mit seiner überschüssigen Energie und sieht sich unruhig um. Direkt neben ihm steht die Skulptur „Lebensläufe“ aus Diabas. Das sieht aus wie die aufgerollte Schale eines Nautilus-Kopffüßers, denkt er sich. Aber die Skulptur hat mehr Ausbuchtungen, Ecken und Kanten. Das radförmige Werk lässt sich bestimmt rollen, aber es läuft sicherlich nicht rund. Heinrich ist recht angetan von seinen Assoziationen und sagt sich: Die Einführungsrede hätte ich auch machen können.
Als der Journalist über Schröders nicht immer geradlinigen Weg zum Künstlers referiert, denkt sich Heinrich: Mensch, da hätte der Typ doch so gut von der Skulptur Lebensläufe auf die Vita des Künstlers überleiten können. Dann hört Heinrich aber wieder zu.
„Der Autodidakt Gert Schröder hat sich vom preisgekrönten Sonntagsmaler zum Bildhauer von überregionalem Rang entwickelt“, sagt der Journalist. „Anfang der 70er Jahre hat er zusammen mit 11.129 anderen so genannten Sonntagmalern an dem Wettbewerb der Zeitschrift Stern zum Thema ‚Schiffe und Häfen’ teilgenommen und gehörte am Ende zu den 50 Preisträgern.“ Während der Journalist weitererzählt, guckt sich Luise den Bildhauer genau an. Irgendwie erinnert er sie an den Sänger James Last.
Weil der Journalist so eintönig abliest, beginnen sich einige Besucher zu unterhalten. Ein groß gewachsener Herr mit Zopf (heute trägt er die Haare offen), offensichtlich auch ein Künstler, sagt: „Mit 14 Jahren hat Gert ja seine erste Skulptur gefertigt. Die Venus von Milo aus Schnee. Er hat den ganzen Tag wie ein Blöder geschuftet. Und als er die Schneeskulptur am nächsten Tag fotografieren wollte, war Tauwetter…“ „Nadya Hauswalds Bildern ist anzumerken, dass die Künstlerin auch Modedesign studiert hat“, beendet der Journalist seine Rede. Es gibt standing ovations, aber auch nur deshalb, weil die Gäste sowieso schon stehen.
Heinrichs Neugier ist nach der Rede noch längst nicht befriedigt. Er will die Künstler persönlich fragen. Er läuft auf die Malerin Nadya Hauswald zu, aber die unterhält sich schon – ausgerechnet mit seiner Frau. Und Luise muss natürlich wieder auf Kunstexpertin machen. Beide stehen vor dem Bild Columbine, dass eine Frau im transparenten Kleid zeigt. „Vor mehr als 200 Jahren hat Wolfgang Amadeus Mozart die Pantomime ‚Pantalon und Columbine’ komponiert, bei der er selbst den Harlekin verkörpert“, gibt Luise an. „Ich finde, ihre Bilder haben auch etwas von Pantomine“, sagt sie zur Künstlerin und Heinrich ist über die treffende Bemerkung überrascht. „Die Körpersprache bestimmt die Stimmung“, sagt Nadya Hauswald. Die Künstlerin erzählt, dass sie beim Malen gerne klassische Musik hört, Mozart, Chopin. Heinrich lobt, dass Hauswald einen eigenen Stil habe und besondere Bilder male. Sie entgegnet bescheiden: „Mir macht es einfach keinen Spaß Mainstream- oder Konjunktur-Bilder zu malen.“
Das Werk von Gert Schröder fasziniert die Hamburger nicht nur durch seine Vielseitigkeit. Neben abstrakten Skulpturen wie dem Ei des Columbus finden sich auch gegenständliche wie der schnuppernde Bär, der „Es duftet so schön“ heißt. Nach seiner Arbeitsweise gefragt, sagt der Bildhauer, der aus der Nähe tatsächlich wie James Last mit Brille aussieht: „Bei naturalistischen Motiven, wie zum Beispiel Menschen, arbeite ich nach Zeichnungen. Erst lasse ich die Konturen der ersten Dimension entstehen, dann geht es langsam zur dreidimensionalen Einheit. Abstrakte Einheiten entstehen dagegen während des Arbeitsprozesses.“
Der Künstler mit dem Zopf gesellt sich zu der Gruppe. „Sie müssen wissen, der Gert Schröder ist Perfektionist. Und wie Nadja Hauswald setzt er eigene Ideen um“, sagt er. Heinrich kommt die Idee, den Bildhauer nach den Arbeiten der Malerin zu fragen. „Nadya hat zu 80 Prozent feminine Darstellungen. Sie malt meist mit Öl auf Leinwand. Die Mileustudien in der Markthallenreihe sind allerdings Aquarelle“, sagt Gert Schröder. „Von mir sind drei Skulpturen mit weiblichen Motiven ausgestellt“, erklärt er. „Seine Skulpturen sind total ästhetisch“, schaltet sich Nadya Hauswald ein. „Ja, die Ästhetik haben wir gemeinsam“, sagt Schröder. „Und, ich glaube, wir können beide nicht ohne die Kunst“, ergänzt Hauswald. „Ich kann noch die Geschichte vom Ei des Columbus erzählen“, sagt plötzlich der Journalist. „Sie halten jetzt den Mund, die Besucher wollen sich in Ruhe die Ausstellung ansehen“, weist ihn Heinrich zurecht. (Ich wünsche viel Spaß!)
Nils Bergemann 06.07.2008
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